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Höher. Schneller. Weiter. Unsere moderne Welt verlangt uns immer mehr Flexibilität und Geschwindigkeit ab. Wachstum, Geld verdienen, Selbstverwirklichung, Pflichterfüllung, Vorsorge, Familie und das Ganze am besten rund um die Uhr. Kommt dir bekannt vor? Dann gehörst du nicht zu einer elitären Minderheit, sondern zum Querschnitt der Gesellschaft. Hier erfährst du, wie du kraftvolle Visionen finden, um deinem Leben eine sinnvolle Richtung zu geben.

Felix George - Visionen helfen dir, an der Erfüllung deiner Ziele dran zu bleiben

Pause.

Hier soll es nicht um Erfolgsgeschichten, Streben nach Reichtum oder „die beste Version deiner Selbst“ gehen. Vielmehr möchte ich dir mit diesem Beitrag eine Pause gönnen. Eine Pause des Optimierungswahns und des pausenlosen Wachstums. Innehalten und einfach mal einen Moment lang nichts tun. Wie wäre das? Unvorstellbar? Dann ist es wohl umso wichtiger, dass du dich genau jetzt darin ausprobierst.

Doch was macht dieses pausenlose Streben eigentlich so anstrengend? Ist es die Flut an Möglichkeiten die sich uns in der modernen Welt eröffnet? Sind es die ständigen Updates und Innovationen, die uns locken wollen? Oder sind es sogar unterbewusst verankerte Glaubenssätze, die uns in engen Bahnen halten und uns davon abhalten auszusteigen aus dem Hamsterrad des Wachsens und Rastlosseins?

Mehr als 10 Jahre Hamsterrad

Ich selbst war mehr als 10 Jahre Teil dieses Systems. Schnell die Schule beenden, Wehrdienst und Zivildienst verweigern um möglichst schnell ins Studium einzusteigen. Ein Studienfach wählen, was hohe Einstiegsgehälter verspricht. Namenhafte Firmen für das Praktikum suchen. Mit Leistung glänzen. Imponieren. Präsenz zeigen und immer abrufbar sein. Ohne Rücksicht auf Verluste. Ohne auf die eigenen Bedürfnisse zu hören. Lange Zeit glaubte ich, das ist mein Weg. Das ist mein Weg, der für mich bestimmt ist. Schließlich stellte sich niemals die Frage ob Gymnasium oder Realschule. Ob Studium oder Ausbildung. Irgendwie war immer klar, dass ich studiere. Und am besten noch promovieren danach.

Aber es gab einen (Tief)Punkt, zugegeben es sollte nicht der letzte Tiefpunkt gewesen sein, an dem ich merkte, dass es so wie es ist, nicht richtig ist. Aber das erkannte ich in dem Moment noch nicht. Ich schob es zunächst auf mein Unvermögen mich zu strukturieren. Ich musste eben erstmal lernen die Dinge richtig anzugehen, mich noch mehr anstrengen und dann wird es einfacher. „Da musst du dich halt durchbeißen, wenn du etwas erreichen willst“. Schließlich steht am Ende ein gutbezahlter Job, eine Karriere die mich erfüllt. Aber wann?

Meditation als Anker (?)

Damals kam ich das erste Mal mit dem Thema Meditation und Journaling in Kontakt. Ich führte Tagebuch, reflektierte meine Woche regelmäßig, probierte ein paar Mal zu meditieren und glaubte die Situation wieder im Griff zu haben.

Vier Jahre später stand ich wieder vor der großen Frage – was nun? Obwohl ich doch endlich etwas studierte was mich wirklich wirklich sehr interessierte. Wo ich mit Leidenschaft dabei war und ich kurz vor dem Abschluss stand. Ich weiß es noch wie heute: ich stand im Hamburger Tierpark Hagenbeck vor dem Elefanten-Gehege, wo die Tierpfleger gerade die Tiere fütterten und ihre täglichen Trainings präsentierten. Ich hatte Tränen in den Augen, weil ich spürte mit welcher Hingabe und Leidenschaft diese Menschen ihre Zeit mit diesen wundervollen Wesen teilten. Täglich eine Arbeit leisten, die Sinn macht, die das Leben eines anderen Lebewesens besser macht. Es war ein ganz besonderer Moment, der mich abermals in eine Krise brachte und das Bild meiner Zukunft durcheinander brachte.

Ausgetretene Pfade verlassen

Einige Wochen Brainstorming und Kopfzerbrechen später, entschied ich mich nach Abschluss des Studiums die gutbezahlte Karriere sein zu lassen und mich dem Abenteuer Lehrersein zuzuwenden. Immerhin ein Weg, jungen Menschen etwas von meiner Freude für die Wissenschaft mit auf den Weg zugeben. Nach relativ kurzer Zeit hatte ich auch hier mein Ziel erreicht und war in der erhofften Festanstellung als Lehrer angekommen, später sogar mit Zusatzausbildung. Doch auch hier kam es wie es kommen musste, die Erfüllung blieb aus, weil ich merkte, dass das System, in dem Schule heutzutage stattfindet nichts mit dem zutun hat, wie das Leben funktioniert. Keiner meiner Schüler:innen hatte eine Idee vom Sinn seines Lebens. Keiner wusste wohin mit sich. Alle folgten den ausgetretenen Wegen ihrer Eltern, Bekannten usw. Kein Raum für individuelles Wachstum, für Entfaltung der eigenen Persönlichkeit und schon gar nicht Raum um über die eigenen Visionen nachzudenken.

Aus: Antonio Machados "Campos de Castilla", 1917

Wanderer, deine Spuren sind

der Weg, und sonst nichts;

Wanderer, es gibt keinen Weg,

der Weg entsteht im Gehen.

Im Gehen entsteht der Weg,

und wenn man den Blick zurückwirft,

sieht man den Pfad, den man

nie wieder betreten wird.

Wanderer, es gibt keinen Weg,

nur Kielwasser im Meer.

“Wege entstehen beim gehen”

Dieser oft steinige Weg brachte mich schließlich an den Punkt, erneut über mich und mein Leben nachzudenken. Und hier kam ich das erste Mal mit dem Thema Visionen in Kontakt. Endlich wurde mir klar, worum es im Leben geht und was mir hilft meinen Weg zu finden. Und damit meine ich nicht einen Weg, der vorherbestimmt ist und immer geradlinig verläuft. „Wege entstehen beim Gehen“ heißt es. Und am Anfang entscheidest du dich erst einmal für eine Richtung. Aber wie findest du diese Richtung? Wie nutzt du den Kompass deines Lebens richtig?

Nun, Ziele können dabei hilfreich sein, allerdings sind Ziele per Definition zeitlich begrenzt und stellen damit wieder eine Limitierung dar.

Ich möchte auf meiner Reise völlig frei „in See stechen“, ohne zu wissen wann diese Reise zu Ende sein wird. Und dabei treibt mich eines wirklich an – meine Vision vom Leben. Aber wie finde ich diese?

Wie finde ich meine kraftvolle Vision?

Eine Vision ist per Definition ein Bild, eine Vorstellung der Zukunft. Ich spreche hier nicht von religiösen Geistbildern oder psychischen Halluzinationen. Mir geht es um die Vision, die als zeitloses Ziel die Richtung deines Lebens bestimmt. Du kannst es auch Mission, Aufgabe oder Lebensziel nennen. Was allen Begrifflichkeiten gemeinsam ist, dass sie deinem Leben einen Rahmen, eine Aufgabe geben, der du dich verschreibst. Nun, das klingt schon wieder irgendwie einschränkend. Als ob es nur diese eine Aufgabe gibt und sonst nichts. Vielleicht hast du eine Vision. Vielleicht auch mehrere. Es kommt dabei nicht auf die Quantität an, viel mehr auf die Qualität und die Emotion, die diese Vision in dir auslöst.

Mehr Achtsamkeit in der Welt

Als ich damals mit der Frage konfrontiert wurde und in Meditationen dieser immer wieder auf den Grund gegangen bin, gelangte ich irgendwann an den Punkt, an dem meine Vision ganz klar vor mir stand und ich spürte „Das ist es. Danach habe ich gesucht und das ist es, was in mir schlummerte.“ Es war die Vision, mehr Achtsamkeit in die Welt zutragen und dafür zu sorgen, meine Mitmenschen zu inspirieren sich selbst zu leben, sich zu befreien, authentisch zu leben. Ich bin überzeugt davon, wenn jeder Mensch authentisch und achtsam mit sich selbst und seiner Umwelt umgeht, dass wir in einer friedlichen, liebevollen und wertschätzenden Welt leben. Natürlich gibt es auch in dieser Welt Konflikte und Meinungsverschiedenheiten, wir lernen jedoch mit diesen umzugehen und uns einander zuzuhören und die Bedürfnisse des Gegenübers zu verstehen und Lösungen zu finden. Lösungen für eine Welt, in der Ausbeutung, Machtstreben und Zerstörung keinen Raum haben.

Zugegeben diese Vision ist groß. Diese Vision scheint weit entfernt. Und dennoch ist sie genau das, was mich antreibt, motiviert und mir meine Richtung gibt. Diese Vision ist die Basis für alles was ich tue. Wenn ich die Augen schließe, mich auf meine Vision konzentriere, und das fällt mir sehr leicht, denn sie ist fest in meinem Herzen verankert, dann sehe ich genau diese Welt und spüre das Vertrauen, dass irgendwann das unsere Realität ist.

 

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Die Zutaten für eine kraftvolle Vision

So und bevor es jetzt spooky wird und womöglich zu spirituell, möchte ich dir ein paar Dinge mit auf den Weg geben, die dir helfen können deine Vision zu finden.

Die wichtigste Zutat … erfährst du am Ende 😉

Zunächst noch einmal die genau Erklärung, was eine Vision von einem Ziel unterscheidet. Ein Ziel hat eine zeitliche Begrenzung und bezieht sich meist auf einen konkreten Lebensbereich. Zum Beispiel habe ich das Ziel in 10 Jahren meine eigene kleine Farm zu besitzen und dort Retreats und Workshops anzubieten. Der zeitliche Rahmen sind 10 Jahre und der Lebensbereich bzw. die Lebensbereiche, auf den sich das Ziel bezieht ist Beruf und Wohnen.

Eine Vision hingegen ist zeitlich nicht begrenzt und bezieht sich nicht unbedingt auf einen bestimmten Lebensbereich. Eine Vision ist vielmehr ein Bild, eine Vorstellung von der Zukunft wie sie aussehen soll und was alles Bestandteil dieser Zukunft sein soll. Die Ziele sind dabei sozusagen die Meilensteine auf dem Weg zur Erreichung der Vision.

Was du dir auch klar machen solltest ist, dass deine Vision ein Idealzustand ist, den du dir erträumst. Dieser ist nicht unrealistisch, auch wenn dir Kritiker das vielleicht einreden mögen. Vielleicht wollen dich deine Kritiker nur schützen oder sind neidisch, dass du es wagst so groß zudenken. Was allerdings durchaus wahr sein kann ist, dass der Weg hin zur Erfüllung deiner Vision mal steiniger sein kann als erwartet. Und hier kommen wir zu einem weiteren wichtigen Punkt, den du beachten darfst: es geht in erster Linie nicht darum die Vision so schnell wie möglich umzusetzen, sondern vielmehr darum, sich auf den Weg zu machen. Loszulaufen, die Energie und Motivation aus dieser Vision zu schöpfen und auf diesem Weg neue Erfahrungen zu machen, die dich ein Stück reicher machen. Und so kommst du nach und nach deiner Vision näher. Mal wirst du deinen Weg schneller gehen, mal langsamer. Mal wirst du die Richtung ändern, mal wirst du stehen bleiben und neu überlegen. Alles gehört dazu und alles ist Teil deines Weges.

Visionen visualisieren – Vision-Boards

Es gibt eine tolle Methode, um deine Vision(en) festzuhalten. Dafür nutzen wir die besondere Eigenschaft unseres Gehirns, dass wir uns Bilder tausendmal besser einprägen als Worte. Bilder und Videos erzeugen in uns Emotionen und mit Hilfe dieser Emotionen können wir uns viel besser an Dinge und Situationen erinnern. Wenn dann noch ein weiterer Sinn, wie zum Beispiel Geruchs- oder Hörsinn einbezogen wird, wird die Erinnerung umso intensiver. Probiere es einmal aus.

Kannst du dich noch an dein Lieblingsessen bei deiner Omi erinnern? An den Geruch, den Geschmack, das Ritual, wenn ihr zusammen gegessen habt? Ich bin mir sicher, auch du hast direkt etwas ganz intensives vor deinem inneren Auge und kannst dich sofort an die kleinsten Details erinnern.

Genau so funktioniert es auch mit deinen Visionen. Um deine Vision fest in dir zu verankern und dir stets in Erinnerung zu behalten, ist es hilfreich sie nicht einfach nur aufzuschreiben, sondern zu verbildlichen – in einem sogenannten Vision-Board oder Dream-Board. Nutze Bilder um deine Vision anschaulich zu machen. Kreiere deine Vision auf eine erlebbare Art und Weise und erzeuge somit Emotionen und kraftvolle Erinnerungen. Und schau dir dieses Bild täglich an.

Entdecke das Mosaik deiner kraftvollen Vision

Nun kann es sein, dass deine Vision nicht DAS EINE Bild darstellt. Nimm zum Beispiel wieder meine Vision. Eine Welt, in der alle Menschen achtsam leben. Dafür habe ich kein konkretes Bild, aber ich habe Puzzleteile die mich dort hinbringen. Diese Puzzleteile sind zum Beispiel meine Lebensbereiche. Erfüllung in den einzelnen Lebensbereichen führt dazu, dass du deiner Vision näher kommst und die Motivation dazu ziehst du aus dem Gesamtbild. Du weißt wo du hin möchtest, wie dein Leben aussehen soll und dann beginnst du aktiv zu werden. Jeden Tag machst du einen oder zwei Schritte in Richtung deiner Vision. Jeden Tag kannst du dich daran erinnern, wie es aussehen wird, wenn du deine Vision lebst.

Du kannst dir dafür eine Pinnwand basteln, ein Poster, eine Collage digital oder analog. Deiner Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt, genauso wenig wie deiner Vision. Tobe dich aus. Bastle, reiße, male, klebe, editiere … Bring deine ganz persönliche Vision in die Welt. Und am Ende erhältst du ein Produkt, was du dir sichtbar in deinem Büro, deinem Wohnzimmer oder deinem Bad aufhängen kannst. Oder du richtest dir ein Bild als Hintergrund auf dem Smartphone oder Laptop ein. Auch hier darfst du kreativ werden. Platziere dein Vision-Board so, dass du es jeden Tag siehst und jeden Tag erinnert wirst, wo deine Reise hingehen soll.

Du wirst sehen, allein der Schaffensprozess dieses Vision-Boards wird in dir Emotionen und Freude auslösen, die dich motivieren werden, am Ball zu bleiben. Du kannst dein Vision-Board jederzeit erweitern, umgestalten, erneuern oder was auch immer. Wichtig ist, dass du dranbleibst und so die Energie daraus ziehst, die du brauchst, um deiner Vision näher zu kommen.

Die wichtigste Zutat …

Und nun noch die versprochene wichtigste Zutat, die du bei der ganzen Sache brauchst. Eigentlich sin des sogar zwei Zutaten: Geduld und Vertrauen. Geh davon aus, dass es eine Weile dauern wird, bis du spürst, dass du deiner Vision näherkommst. Oft sehen wir die Erfolge erst im Nachhinein, wenn wir zurückschauen. Sei liebevoll und geduldig mit dir selbst und versuche dich nicht unter Druck zusetzen. Vertraue darauf, dass du den richtigen Weg gehst, dass du genau die Erfahrungen machst, die notwendig sind, um deiner Vision näher zukommen. Je stärker du daran glaubst, desto eher wirst du auch die entsprechenden Resultate daraus sehen können.

 

Wenn du Fragen, Anregungen oder eigene Erfahrungen zum Thema Visionen hast, freue ich mich riesig über den Austausch, per Mail oder in den Kommentaren.

Und damit möglichst viele Menschen ebenfalls von diesen Impulsen profitieren können, ist es wichtig, dass du den Blog und Podcast weiterempfiehlst und teilst. Lass mir gern auch eine positive Bewertung auf ApplePodcasts da und folge mir auf Instagram @felix.yoga.mindful.

Ich wünsche dir eine achtsame Zeit,

dein Felix